Samstag

Ihr Lieben daheim!

Unsere Reise ist noch nicht zu Ende. Wir haben heute noch einen vollen Terminkalender. Nach unserem Kinderfest am Donnerstag sind wir abends noch zu der Frau des Farmers, Silke, die uns ihre Hilfe angeboten hat, gefahren. Zwar total geschafft vom Tag, aber wir wussten, dass wir die angebotene Hilfe dieser Frau unbedingt nutzen müssen. Seit Tagen machen wir uns Gedanken, wie wir das mit der Essensversorgung der Kleinen zukünftig hinbekommen könnten. Erstes Problem: Woher können wir die Lebensmittel beziehen? Zweites Problem: Wer kann die Lebensmittel hinaus zum Kindergarten bringen? Es gibt dort weder eine Anschrift, noch einen gut befahrbarer Weg für Lkws. Drittes Problem: Die Lagerung der Lebensmittel. Wir brauchen verschließbare große Tresore, damit die Lebensmittel nicht geklaut werden. Und deshalb ist Silke für uns die Lösung! Sie hat Platz zum Lagern der Lebensmittel, sie hat eine belieferbare Anschrift, und sie hat ein Auto, um den Kindergarten zu beliefern. Wir besprechen mit ihr unseren Plan, und sie willigt ohne zu Zögern ein. Sie beliefert selbst einige Familien in den Townships und engagiert sich dort für die Tiere, organisiert mehrmals im Jahr einen kostenlosen Tierarzt. Diese Frau ist wirklich ein Volltreffer. Sie möchte mit uns am anderen Tag zum Kindergarten fahren und sich ein Bild von der Situation machen!

Silke hatte vor 16 Jahren mit 31 Jahren einen schweren Schlaganfall. Ihr Sohn war damals gerade mal 9 Monate alt. Sie hat sich damals ins Leben zurück gekämpft, sogar später noch ein zweites Kind bekommen und ist dankbar, diese Chance erhalten zu haben. Sie und ihre Familie leben bescheiden, aber reich an Tieren auf ihrer Farm. Wir fahren mit ihr gemeinsam am Freitag in den Kindergarten. Für uns ist es auch die letzte Fahrt. Wir haben noch 25 kleine gelbe Rucksäcke im Auto, gepackt mit Äpfeln, Mandarinen, Fruchtsäften und diversen Naschereien. Zwischendurch gibt es noch einen Zwischenstopp, denn wir haben kurz entschlossen ein kleines Schild in Auftrag gegeben. Das holen wir ab.

Silke und Toini freuen sich über das Wiedersehen. Es ist fast zwei Jahre her, als Toini mit ihren Kindern das Farmhaus und somit die Nachbarn Willem und Silke verlassen musste. Cordula zeigt Silke stolz unser neues Blechhaus, Toini holt den Nachbarn zum Schildanbringen und ich brauch ein paar Minuten für mich, muss ein klein bisschen mit meinen Tränen kämpfen, weil ich mich so sehr freue, was wir doch alles geschafft haben. Ohne Cordula und Enrico wäre das nicht möglich gewesen. In diesem Team hat sich jeder eingebracht und seine Stärken genutzt. Ohne die vielen Helfer aus Deutschland hätten wir das nicht bezahlen können. Und das ist ja erst der Anfang. Ich stehe nur kurz da und genieße dieses Gefühl der Zufriedenheit, den Stolz, und möchte am liebsten alle an diesem Gefühl teilhaben lassen.

Wir verteilen noch schnell die Rucksäcke an die aufgedrehte kleine Rasselbande. Toini fordert heute keine Disziplin, und Cordula, Silke und ich verteilen ohne geordnetes Anstellen die gelben Beutel. Auf Wiedersehen! Bis bald!

Nun sind wir gespannt, was der Aufruf von „Freies Wort hilft“ gebracht hat. 500,00 € sind schon auf unserem Suppenküchen-Konto, erspielt letzte Woche von unseren Lionsfreunden beim MDR-Morgenhahnteam. Wenn wir im März wiederkommen, müssen wir hier ein Konto eröffnen, die Potjes kaufen, die Lebensmittel-Belieferung organisieren. Bis dahin werden wir Silke Geld senden, sie wird einkaufen gehen und den Kindern das Essen raus fahren. Für den Übergang geht das. Nichts Warmes, aber etwas zu essen. Brötchen, Brot, Bananen, Äpfel, Mandarinen … Sie hat da schon sicher ihre Ideen und Erfahrungen. Und für uns ist das eine gute Zwischenlösung.

Abends gönnen wir uns in unserem Restaurant ein leckeres Steak und genießen die Wärme und Aussicht auf den See!

Heute ist Samstag. Letzter Tag. In Deutschland ist der Corona-Wahnsinn wieder ausgebrochen, und hier ist nichts davon zu spüren! Das genießen wir gerade noch. Heute Abend gibt es dann von mir meinen letzten Bericht von dieser Reise!

Sooooooo … Jetzt sitzen wir auf dem Flughafen. Um 20:00 Uhr geht’s Richtung Heimat. Eine sehr erlebnisreiche Woche geht zu Ende. Die nächsten Wochen werden wir am Projekt von Deutschland aus weiter arbeiten. Ich danke euch für eure Anteilnahme und euer Interesse. Besonderer Dank geht an Doreen Fischer für den ausführlichen Bericht. Wir hoffen, dass etwas Geld zusammen kommt für unsere „Suppenküche“ (auch wenn es erst mal nur „kalte“ Suppe gibt), und dass wir noch viele Spender für den Hausbau gewinnen.

Viele Follower unserer Website und unserer Facebook-Seite haben gespendet. Ihr seht, das Geld ist für einen wirklich guten Zweck. In den letzten Tagen ist uns auch bewusst geworden, dass diese direkte Hilfe die effektivste Form ist und man weiß, wo das Geld am Ende landet. Wenn alles gut geht, fliegen wir Ende März wieder nach Namibia, und wenn ihr mögt, nehme ich euch in meinen Berichten wieder mit!